… und das Danach

By Dominik

Vor mehr als drei Monaten traf mich die Nachricht von deinem Tod wie ein Faustschlag in das scheinbar so schreckliche Leben. Nichts war noch irgendwie von Bedeutung. Alles wurde relativ. Meine Gedanken waren nur bei dir. Fragen schwirrten in meinem Kopf herum und immer dieses Fragen nach dem Warum. Warum musstest du sterben? Warum an einer so unbekannten und unterschätzten Krankheit. Du warst der Sonnenschein in unserer Familie und hast uns alle verändert. Warum du.

Heute weiß ich, dass diese Fragen nach dem Warum einfach sinnlos sind. Niemand kann mir eine Antwort geben, niemand kann je etwas sagen, um mir deinen Tod zu erklären. Du wurdest herausgerissen aus dieser Welt, aus dem Leben, aus meinem Herzen. Kein Schmerz der Welt ist vergleichbar mit jenen, den ich spürte, als du einfach weg warst.

Ich habe gesprochen, auf deinem Begräbnis. Habe meine Gefühle und meine Gedanken offenbart, vor einhundertfünfzig oder zweihundert Menschen. Doch in diesen Minuten gab es nur einen Gedanken. Ich dachte an dich, und an die gemeinsame Zeit. An das Glück, dass du uns, dass du mir gebracht hast. An den Schmerz und den Horror, den wir durchleben mussten, in den darauffolgenden Tagen nach deinem Tod.

Jetzt ist es mehr als drei Monate vorüber. Durch eine Therapie habe ich es geschafft, deinen Tod zu akzeptieren. Nein, es ist der falsche Ausdruck. Ich habe gelernt, mit der Trauer zu leben. Du fehlst mir noch jeden Tag. Jeden Tag, wenn ich in meiner Zivildiensteinsatzstelle auf dein Bild blicke. Jeden Tag, wenn die Kerze auf deinem Tisch brennt. Mehrmals die Woche, wenn ich mit deiner Großmutter an deinem Grab stehe. Du fehlst. So verdammt oft.

Was wird wohl in drei Monaten sein? Dann hättest du in nur wenige Tage darauf deinen zweiten Geburtstag gefeiert. Ich werde dann meinen Zwanzigsten feiern. Zwanzig Jahre werde ich dann alt, und immer mit dem Gedanken, dass mein Neffe nicht mal seinen zweiten Geburtstag feiern durfte. Und dann kommt ein weiteres Danach. Nach dem Zivildienst. Dann kommt das Studium, der Abschied von zuhause, ein Neuanfang. Du wirst mir immer fehlen.

Ich hoffe, es geht dir jetzt gut. Und um es mit einem Zitat aus einem Songtext zu sagen: „I know you just wanted to find the brighter side“. Ich liebe dich.

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